Ölauszüge - Herstellung und Verwendungsgebiete

Ölauszüge - Herstellung und Verwendungsgebiete

Ob bei Massagen, in Salben, Seifen oder Haarkuren – Öle sind keineswegs nur in der Küche zum Anbraten oder beim Kochen zu gebrauchen. Um Ölauszüge, auch Mazerate genannt, herzustellen, welche wiederum häufig weiterverarbeitet werden, gibt es zwei Arten: den Kaltauszug und den Heißauszug. Um den deutlich schonenderen Vorgang des Kaltauszugs soll es in diesem Artikel gehen.

Wofür werden Ölauszüge hergestellt?

Ölauszüge können, wie bereits erwähnt, als Zutat in pflegenden Hautcremes und Seifen verwendet werden. Auch das Haar nimmt eine Kur mit Heilkräutern dankbar an. Als Massageöl sind sie außerdem geeignet, Krampfadern, Quetschungen und Dehnungsstreifen zu lindern. Je nach Trägeröl und Kräutern kann eine Massage auch bei Migräne helfen.


Wie läuft ein Kaltauszug ab?


Vorab sei erwähnt: Der Kaltauszug ist deutlich zeitaufwändiger als die heiße Methode. Dafür bleiben die Bestandteile der Pflanzen viel besser erhalten und können so auch ihre Heilkraft wirkungsvoller entfalten.
Um einen Kaltauszug herzustellen, benötigt man zunächst trockene Pflanzenteile, die in das Öl gegeben werden sollen. Dafür sammelt man die Pflanzen am besten an einem trockenen, sonnigen Tag und trocknet sie noch weiter, um die Haltbarkeit des fertigen Ölauszugs zu erhöhen.


Sind die Pflanzenteile trocken genug, werden sie in ein sauberes Glas mit gut verschließbarem Deckel gegeben und mit dem Trägeröl übergossen, bis alles bedeckt ist. Das verschlossene Glas wird dann bei Zimmertemperatur drei bis sechs Wochen stehen gelassen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommt. Mit der Zeit nimmt das Öl nicht nur den Geruch der Pflanzen und Kräuter an, sondern auch die Wirkstoffe werden aus den Pflanzen gelöst und gelangen in das Öl. Alle zwei Tage sollte das Glas vorsichtig geschüttelt werden.

So wird Schimmelbildung vorgebeugt und die Wirkstoffe lösen sich besser. Sollte sich Kondenswasser absetzen, kann es mit einem sauberen Tuch entfernt werden. Nach ausreichender Reifezeit wird das Öl gefiltert (Tücher oder Teebeutel eignen sich dafür) und am besten in eine dunkle Glasflasche gegeben. Abhängig vom verwendeten Trägeröl verändert sich die Haltbarkeit des Ölauszugs. So hält Sonnenblumenöl beispielsweise nur etwa sechs Monate, während Olivenöl ein paar Jahre braucht, ehe es ranzig wird. Durch die Zugabe von Vitamin E (Tocopherol), was ab einer 0,2 prozentigen Lösung antioxidativ wirkt, kann die Haltbarkeit etwas erhöht werden.


Welche Öle eignen sich für welche Einsatzgebiete?

Neben der Haltbarkeit spielen auch Faktoren wie Eigengeruch und seine Wirkung auf die Haut eine Rolle bei der Wahl des Trägeröls. So ist Olivenöl zwar lange haltbar, wer aber einen Ölauszug aus Rosen oder Lavendel herstellen möchte, sollte dennoch ein anderes Trägeröl wählen. Olivenöl riecht sehr stark und überdeckt so den angenehmen Duft der Blumen. Geruchsneutral wären zum Beispiel Jojoba- oder Mandelöl. Olivenöl hat jedoch auch positive Auswirkungen auf die Haut und wer sich an dem starken Geruch nicht stört, kann es sicherlich für einen anderen Ölauszug verwenden, bei dem eher auf wirkungsvolle Kräuter als auf wohlriechende Blüten gesetzt wird. Vor allem bei empfindlicher Haut wählt man am besten Hanfsamen- oder Walnussöl.


Welche Rolle spielt die Qualität des Trägeröls?


Ganz knapp: eine große. Je höher die Qualität des Trägeröls, desto besser ist am Ende auch der Ölauszug. Wer ein hochwertiges Mazerat herstellen möchte, sollte also nicht am Trägeröl sparen und am besten zu regionalen, sofern es möglich ist, Bioartikeln greifen.

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