Naturkosmetik

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Alles über Naturkosmetik

Naturkosmetik

Naturkosmetik besteht aus natürlichen Rohstoffen, sie schont die AnwenderInnen und die Umwelt. Bestimmte Inhaltsstoffe der herkömmlichen Kosmetika werden nicht verwendet. Dazu zählen PEG (Polyethylenglykol), Silikone, synthetische Duftstoffe, Parabene und alle Erdölprodukte wie Paraffine. Gerade der Ausschluss der Parabene erscheint wichtig, sie lösen häufig Allergien aus.

Wie ist Naturkosmetik definiert?

Eine eindeutig rechtliche Definition gibt es in Deutschland nicht, aber verschiedenste Versuche auch von staatlicher Seite, naturkosmetische Produkte zu klassifizieren. So schlug das deutsche Bundesgesundheitsministerium schon 1993 vor, Naturkosmetik solle bestimmte Konservierungsstoffe ausschließen und nur aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Rohstoffen bestehen. In Österreich ist die Naturkosmetik im österreichischen Lebensmittelbuch definiert. Auch der Europarat legte im Jahr 2000 eine Definition vor, die wie der Vorschlag des deutschen Bundesgesundheitsministeriums die Rohstoffherkunft eingrenzt und außerdem auf eine Vermeidung gesundheitsgefährdender Verunreinigungen sowie die Beschränkung der Verarbeitungsmethoden auf physikalische, enzymatische und mikrobiologische Verfahren abzielt.

Wie entstand die Naturkosmetik?

Die Naturkosmetik hat gegenüber der konventionellen Kosmetik die eindeutig längere Geschichte, denn Letztere ist schließlich mit der (jungen) chemischen Industrie verknüpft. Doch Menschen wollten schon immer kosmetische Produkte herstellen und wandten hierfür viele Jahrtausende lang natürliche Verfahren mit natürlichen Rohstoffen an. Für die Zubereitungen kamen Kräuter und Fette zum Einsatz, aus ihnen entstand Körperbemalung und Körperpflege. Die Rohstoffe waren zunächst gemahlene Pflanzenteile, tierisches Fett, Holzkohle und Mineralien. Die Ägypter stellten schon Salben, duftende Ölauszüge und Tinkturen her, die Rezepturen gelangten auch nach Europa. Die antiken Römer und Griechen legten sehr viel Wert auf eine pflegende und dekorative Kosmetik, die als purer Luxus freilich der höheren Gesellschaft vorbehalten war. Seife aus Pflanzenasche und Öl verwendeten die Sumerer schon vor 5.000 Jahren, doch erst die Römer entdeckten vor 2.000 Jahren, dass diese auch reinigt. Bis dahin hatte man Seife lediglich ohne jede Parfümierung als Heilmittel bei Verletzungen verwendet. Im europäischen Mittelalter entstand schließlich eine große Badekultur, die lediglich durch Pestepidemien unterbrochen wurde, bis dahin aber auch die natürliche Kosmetik förderte. Mit dem Ausbruch von Pest und Cholera allerdings hielten die Menschen öffentliche Badehäuser (nicht ganz zu Unrecht) für Übertragungsorte der Erreger und mieden sie schließlich, bis im 17.Jahrhundert der französische König Ludwig der XIV. (der “Sonnenkönig”) der Seife und dem natürlichen Parfüm wieder zu neuem Ruhm verhalt. Er holte die besten Seifensieder auf sein Schloss Versailles und kreierte einen neuen Trend zur kosmetischen Körperpflege. Die Seifensieder waren Parfumeure und experimentierten permanent mit natürlichen Rohstoffen, um neue Düfte zu kreieren. Diese Entwicklung bildet die Basis des Romans “Das Parfum” von Patrick Süskind, der im 18. Jahrhundert spielt und ein bemerkenswertes Sittenbild der Zeit und dieser Zunft malt, auch wenn es eine Kriminalgeschichte ist. Wer wissen möchte, was Naturkosmetik vermag, sollte diesen Bestseller lesen, der freilich die Kunst des Mörder-Parfumeurs Jean-Baptiste Grenouille sehr überspitzt darstellt. Die reine Naturkosmetik blieb bis ins frühe 20. Jahrhundert erhalten, chemische Produkte waren bis zu diesem Zeitpunkt kaum konkurrenzfähig. Düfte gewannen Kosmetikproduzenten vorwiegend aus Kräutern. Vielfach wurden in Haushalten die Rezepturen über die Generationen weitergereicht, wie das heute noch mit den Kuchenrezepten der Oma geschieht. Doch mit der Industrialisierung und der billigeren chemischen Großproduktion von Kosmetik geriet die rein private Herstellung von Naturkosmetik in Vergessenheit. Hinter dem Aufschwung der chemischen Kosmetik stand auch ein großer Technikglaube im frühen 20. Jahrhundert. Die Menschen waren begeistert von den vielen Möglichkeiten, die ihnen unter anderem die chemische Industrie bot, die Gefahren wurden noch nicht erkannt. Das ähnelt etwas der Begeisterung für Atomkraftwerke in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch einige Rezepte blieben erhalten, bis im späten 20. Jahrhundert eine Rückbesinnung einsetzte und man diese Rezepte wieder anwendete. Die Rückbesinnung wurde durch neue Erkenntnisse zu den Giften und Allergenen in chemischer Kosmetik ausgelöst (siehe weiter unten). Ähnliche Entwicklungen gab es in der Medizin, auch die Pharmaindustrie wird heute sehr kritisch betrachtet. Nicht zuletzt verabschieden wir uns endlich von den Atomkraftwerken. Die Menschheit benötigt manchmal rund 100 Jahre, um ihre Irrwege zu erkennen - so war es jedenfalls bei der Naturkosmetik. Im 21. Jahrhundert erlebt sie einen neuen Aufschwung, der wohl nicht mehr aufzuhalten ist.

Inhaltsstoffe von naturkosmetischen Produkten

Die überwiegend pflanzlichen, in Teilen auch tierischen und mineralischen Inhaltsstoffe der Naturkosmetik lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:

  • Fette, Öle und Wachse: Oliven-, Argan- und Sojaöl, ätherische Öle, Kakao- und Sheabutter, Bienenwachs
  • Zucker für waschaktive Substanzen
  • fermentativ gewonnenes Ethanol für Parfüme und Deodorants
  • Kräuterextrakte und Blütenwässer
  • natürliche Aromen
  • ausschließlich natürliche Emulgatoren


Die Rohstoffe stammen bei guten Anbietern von Naturkosmetik aus Wildsammlungen oder kontrolliert biologischem Anbau. Waschaktive Tenside oder deren Substitute kommen nicht zum Einsatz, sie gelten allerdings in konventioneller Seife als unverzichtbar. Die Naturkosmetik setzt ausschließlich mildere pflanzliche Tenside ein. Dadurch sind Naturwaschmittel wesentlich hautfreundlicher, lediglich ihre Waschkraft ist etwas geringer, was aber höchstens bei sehr grobem Schmutz eine Rolle spielt. Zur Naturkosmetik gehört der Verzicht auf Gentechnik, Tierversuche und ionisierende Strahlung.

Gibt es Zertifizierungen für Naturkosmetik?

Verbände entwickeln Zertifikate und Gütesiegel. In der Regel sind die Anforderungen weitaus höher, als es gesetzliche Regeln vorschreiben. Geprüft werden für ein Zertifikat die verwendeten Rohstoffe, deren Gewinnung und Anbau, die Verarbeitungsmethoden und das ökologische und soziale Engagement der Unternehmen. Wer Naturkosmetik mit so einem Siegel kauft, kann sich auf die Qualität verlassen. Gängige und anerkannte Siegel sind unter anderem:

  • BDIH - Kontrollierte Naturkosmetik: Das Siegel stammt vom Bundesverband Deutscher Industrie-/ Handelsunternehmen (BDIH). Es lehnt sich an die vorgeschlagene Naturkosmetik-Definition des deutschen Bundesgesundheitsministeriums an (siehe oben).
  • Natrue: Dieses Label wird von der Brüsseler Natrue vergeben (“The International-Association for Natural and-Organic Cosmetics”). Es gibt drei Qualitätsstufen, die sich durch den Anteil der biologisch gewonnenen Rohstoffe unterscheiden. In der höchsten Stufe muss er mindestens 95 % betragen.
 

Was sind die wichtigsten Vorteile der Naturkosmetik gegenüber der konventionellen Kosmetik?

Die in der Naturkosmetik verbotenen synthetischen Stoffe und Mineralöle sind in konventionellen kosmetischen Produkten leider stark vertreten. Inzwischen wachsen die Erkenntnisse dazu, dass diese Stoffe wahrscheinlich mit verschiedenen Krankheitsbildern assoziiert sind, darunter auch Krebs. Auch Allergene sind in konventioneller Kosmetik stark vertreten. Davon abgesehen verstopfen synthetische Bestandteile oft die Poren. Als besonders bedenklich gelten folgende Inhaltsstoffe konventioneller Kosmetik:

  • Formaldehyd als Konservierungsstoff in Pflegemitteln (löst Allergien, Asthma, Depressionen, Kopf- und Gelenkschmerzen aus)
  • Steinkohlenteer und Blei in Haarfärbemitteln (könnte Krebs verursachen)
  • Petrolatum (Paraffin, entzieht dem Körper Öl, bremst den natürlichen Entgiftungsprozess)
  • Talkum im Puder (könnte Krebs verursachen)
  • Sodium Lauryl Sulfat in Shampoos und Körperreinigungslösungen (könnte Augenschäden, Ausschlag und Haarausfall verursachen)
  • Padimat-0 in Sonnencremes (könnte das Hautkrebsrisiko erhöhen)
  • Duftstoffe auf Petroleumbasis in Parfüms (könnten Hitzewallungen, Atemprobleme, Hautreizungen und weitere Allergien verursachen)


Die Naturkosmetik bietet lohnenswerte Alternativen, die - das ist wichtig zu betonen - nicht teurer sind.

Naturkosmetik selbst herstellen

Natürliche Pflegeprodukte lassen sich selbst herstellen. Das macht Spaß, erfordert freilich auch etwas Aufwand. Die richtigen Wirkstoffe sind natürlich entscheidend, auch die Verfahren müssen exakt durchgeführt werden. Rohstoffe können Bienenwachs, Wildkräuter und pflanzliche Ölauszüge sein. Das Wachs gibt es beim Imker, die Kräuter auf einer Wanderung, das Pflanzenöl im Handel. Es lassen sich Salben, Cremes und Seifen selbst herstellen. Mit Heilkräutern und Öl lassen sich Ölauszüge herstellen. Geeignete Heilpflanzen wären unter anderem Efeu und Johanniskraut. Salbe wird aus Öl und Bienenwachs angerührt, unter dem Zusatz von Wasser und Heilkräutern entstehen daraus auch Cremes. Eine Deocreme lässt sich aus Natron, ätherischem Öl (Lavendel, Limette, Salbei) und Wasser herstellen. Als Trägersubstanz kann Bio-Kokosfett dienen, das in raffiniertem Zustand nicht nach Kokos duftet. Auch Seifen können Menschen mit etwas chemischem Grundwissen aus natürlichen Zutaten selbst sieden. So kann beispielsweise Olivenseife, Haarseife, Weihnachtsseife oder Kaffeeseife entstehen.

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