Naturkosmetik selbst herstellen

Naturkosmetik selbst herstellen

Naturkosmetik selber rühren, wir erklären dir was du beachten solltest. Welche Rohstoffe und Arbeitsutensilien du benötigst + Basis Crème Rezept.

Weshalb sollte ich meine Naturkosmetik selber rühren?

Es boomt aus verschiedenen Gründen immer mehr, die eigene Naturkosmetik herzustellen. Weil man immer wieder etwas Neues über Palmöl, Mikroplastik, künstliche Konservierungs- und Weichmacherstoffe usw. liest, fehlt zunehmend das Vertrauen in bekannte Kosmetikmarken.

Verständlicherweise möchte man die bestmögliche Hautpflege für sich verwenden und nicht irgendein durch Werbung gepushtes Produkt benutzen.

Da es sowieso nicht die eine Crème gibt, die für uns alle gut ist, wäre es super, wenn viel mehr Leute ihre Kosmetik selbst herstellen würden.

Eines kann ich Dir versprechen: Wenn Du den Dreh erst einmal raushast und weißt, wie man Kosmetikprodukte zur Hautpflege selbst herstellen kann, wirst Du nie wieder darauf verzichten wollen.


5 wichtige Punkte zum erfolgreichen Kreieren Deiner eigenen Naturkosmetik Hautpflege

 

1. Finde heraus, welcher Hauttyp Du bist

Welche Rohstoffe sind gut für meine Haut? Wenn Du eher fettige, unreine Haut hast, solltest Du Deiner Crème keine Pflegebutter wie z.B. Sheabutter hinzugeben. Bei reiferer Haut solltest Du recherchieren, welche Pflegeöle für Dich in Frage kommen, z.B. Granatapfelsamenöl.


2. Verwende nur hochwertige, natürliche Rohstoffe

Selbstverständlich ist naturidentisches Rosenöl viel günstiger als echtes bulgarisches Rosenöl. Aber glaube mir, wenn ich Dir sage, dass künstliches Rosenöl der Haut mehr schadet als nützt. Das natürliche hingegen bringt der Haut sehr viel. Abgesehen davon, dass der Duft der Rose niemals künstlich hergestellt werden kann, ist beim Einkauf der Ressourcen darauf zu achten, dass der Rohstoff zu 100% rein ist und keine Konservierungsstoffe enthält.

 

3. Hygiene am Arbeitsplatz

Deine kleine Naturkosmetikmanufaktur sollte immer sauber und rein sein. Verwende 70-prozentigen Alkohol, um Deine Arbeitsutensilien wie Rührbecher, Rührstab und Deine leere Kosmetikdose zu reinigen. Höher konzentrierter 96-prozentiger Alkohol dient nur zur Konservierung, kann aber keine Bakterien oder Viren beseitigen.


4. Konserviere Deine Crème

Damit Deine Hautpflegecrème nach zwei Wochen nicht lebendig wird (schimmelt), ist es wichtig, die richtige Dosis zur Konservierung zu finden. Am besten konservierst Du Deine Kosmetik mit Ethanol (Weingeist 96%). In der Apotheke kannst Du auch günstig Feinsprit 96% erwerben. Günstig bedeutet, dass der Alkohol mit 0,1% Kampfer versetzt wurde. Somit kann man ihn nicht mehr zur Herstellung alkoholischer Getränke nutzen und umgeht die Alkoholsteuer. Das bedeutet, dass sein Preis zwar niedriger ist, er aber genauso gut zur Konservierung Deiner Kosmetik dient.

Du solltest etwa 15% des Wasseranteils Deiner Crème mit 96% Alkohol konservieren. Wenn Du 100 ml Wasser/Wasserphase zur Herstellung Deiner Pflege benötigst, solltest Du 15 ml Alkohol dazugeben. Dies wird Deine Crème für etwa 4-6 Monate konservieren.

Wenn Du genau weißt, dass Du die Crème innerhalb von 1-2 Monaten aufbrauchen wirst oder sie im Kühlschrank lagerst, kannst Du natürlich dementsprechend weniger Alkohol hinzufügen.


5. Erstelle einen Rohstoffplan
Kreiere Dein Rezept, indem Du herausfindest, was Deiner Haut gut tut. Kaufe alles in kleinen Mengen ein. Das ist zwar teurer, allerdings wirst Du definitiv keine 10 ml Rosenöl benötigen, da Du mit 10 ml 200-mal 50 ml-Crèmes beduften kannst. Sei kreativ und versuche, Deine eigenen Kombinationen zu erfinden.

Welche Rohstoffe brauche ich für meine eigene (BASIS) Naturkosmetikcrème?

Du benötigst:

Emulgator
Verdickungsmittel
Pflanzliches Glycerin
Konsistenzgeber
Pflegebutter
Destilliertes Wasser oder Blütenwasser
Wirkstoffe
Ätherisches Öl
Ethanol (Alkohol)

Als Emulgator kann ich Dir Emulsan oder Lamecreme empfehlen. Ein wirksames Verdickungsmittel ist Xanthan. Pflanzliches Glycerin macht die Hautpflegecrème geschmeidiger und spendet Feuchtigkeit. Als Konsistenzgeber ist Cetearylalkohol bestens geeignet. Pflegebutter existiert in verschiedenen Ausführungen und sollte Deiner Haut entsprechend ausgewählt werden. Es gibt Sheabutter, Mangobutter, Avocadobutter und viele mehr.

 

Destilliertes Wasser findest Du in jedem Supermarkt. Genau, das destillierte Wasser, das zum Bügeln Deiner Wäsche gebraucht wird. Auch wenn dieses genügt, wäre Blütenwasser mit Sicherheit sowohl wegen des Duftes als auch wegen der Wirkung besser. Du könntest Rosenwasser, Orangenblütenwasser, Hamameliswasser oder pures Aloe vera als Wasserphase verwenden. Das macht Deine Crème sehr hochwertig und pflegend.

 

Als Wirkstoffe kannst Du Vitamin E, pflanzliche Squalane oder Koffein (Pulver) verwenden. Ätherische Öle sollten stets niedrig dosiert werden, da sie die Haut reizen können. Bitte lies auch zuerst nach, welche ätherischen Öle welche Wirkungen haben. Bei manchen Ölen darf man nach der Verwendung nicht mehr an die Sonne, da sie Pigmentflecken verursachen können. Das will sicher niemand von uns.

Mengenangaben von Rohstoffen zur Herstellung einer 50 ml-Naturkosmetikcrème:

4 g Emulsan
1 g Cetearylalkohol
3 g Glycerin
0,1 g Xanthan
35 g Destilliertes Wasser
3 g Pflegebutter
5 g Alkohol
3-5 Tropfen Wirkstoffe
3-5 Tropfen ätherisches Öl

 

Utensilien zur Produktion von Naturkosmetik:

  • Rührbecher
  • Schneebesen
  • Waage (am besten eine, die 0,0 g angibt)
  • Leere Kosmetikdose

 

Anleitung zur Produktion von Naturkosmetik

Es gibt viele unnötig komplizierte Anleitungen, deshalb stelle ich Dir eine einfache und erfolgreiche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung Deiner eigenen Naturkosmetikcrème zur Verfügung.


1. Stelle den Rührbecher auf Deine Waage. Fülle ihn mit 4 g Emulsan, 1 g Cetearylalkohol und 35 g destilliertem Wasser.

2. Bringe ein wenig Wasser in einem Topf zum Kochen. Stelle den Rührbecher in den Topf mit dem kochendem Wasser.

3. Während die Masse anfängt zu schmelzen, bereitest Du den Rest vor.

4. Gib 0,1 g Xanthan in ein Glas. Danach fügst Du dem Xanthan 3 g Glycerin bei und vermischst es, bis es milchig wird.

5. In ein weiteres Glas füllst Du 5 g Alkohol.

6. Jetzt solltest Du den Rührbecher aus dem Topf nehmen und den Herd ausschalten. Mit dem Schneebesen musst Du nun alles gut durchrühren, bis sich eine homogene Masse ergibt. Das geht meistens sehr schnell.

7. Als Erstes gibst Du der Masse im Rührbecher die 5 g Alkohol hinzu und vermischst alles miteinander. Die Masse wird dadurch ein wenig kälter und Du kannst 3 g Pflegebutter in den Rührbecher füllen und alles verrühren, bis es geschmolzen ist.

8. Nun gibst Du das Glycerin mit dem Xanthan in den Rührbecher, am besten mit einem Löffel, der vorher gereinigt wurde.

9. Als Nächstes wieder alles gut miteinander verrühren. Jetzt sollte die Masse schon eine schöne, crèmige Konsistenz haben.

10. Es fehlen Deiner Crème nur noch die Wirkstoffe und Dein Lieblingsduft. Danach wird ein letztes Mal gut durchgerührt.

11. Während die Crème noch flüssig ist, darfst Du sie aus Deinem Rührbecher in eine leere Kosmetikdose gießen.

12. Zum Schluss muss Deine Naturkosmetik Crème nur noch abkühlen und ist schon bald bereit, von Dir verwendet zu werden.

 

Naturkosmetik-selber-herstellen


Ich hoffe, ich konnte Dir einiges über das Produzieren und Kreieren Deiner eigenen Naturkosmetik näherbringen.

Schreibe Dein Rezept und sonstige Ideen oder Fragen doch in die Kommentare.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß beim Anrühren Deiner Naturkosmetik!

 

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