Carnaubawachs - Herkunft und Wirkung

Carnaubawachs - Herkunft und Wirkung

Der Begriff "Carnaubawachs" ist den meisten Menschen schon zu Ohren gekommen. Was aber ist dieses geheimnisvolle Wachs eigentlich genau, woher kommt es, wie wird es gewonnen und wofür wird es verwendet?

Carnaubawachs - Herkunft und Gewinnung

Das Carnaubawachs entstammt den Blättern der Carnaubapalme (Copernicia prunifera). Die Carnaubapalme wird aufgrund ihrer fächerartigen Blätter auch als Fächerpalme bezeichnet. Sie ist vor allem im Norden Brasiliens beheimatet und kann die stattliche Größe von 15 Metern erreichen.

Die Blätter der Palme können bis zu zwei Meter groß werden und sind mit einer Wachsschicht umhüllt. Diese schützt die Pflanze vor dem Austrocknen. In der Trockenzeit, die von September bis März dauert, wird das - inzwischen gelockerte - Wachs geerntet. Dieses lässt sich in den meisten Fällen relativ leicht abstreifen. Sitzt es noch etwas fester auf den Blättern, lässt es sich alternativ auch abbürsten oder abklopfen.

In der heutigen Zeit übernehmen meist moderne Maschinen diese Arbeit. Nach der Gewinnung wird das Wachs in kochendem Wasser gereinigt und filtriert. Zum Schluß muss es einige Zeit trocknen und bleibt dann als feste Masse zurück. Kleiner Tipp: Carnaubawachs aus 100 % biologischem Anbau ist besonders wertvoll. 


Carnaubawachs - Eigenschaften

Carnaubawachs ist als ganzes Stück, als Pulver oder in Form von Flocken erhältlich. Es hat eine gelb-, grün- oder bräunliche Farbe und riecht in rohem Zustand leicht nach Heu. Carnaubawachs ist unbedenklich für Mensch, Tier und Umwelt. Da es frei von jeglichen Duftstoffen ist, ist es meist auch für Allergiker geeignet.

Carnaubawachs gilt als das härteste pflanzliche Wachs. Der Schmelzpunkt liegt bei etwa 80 bis 87 °C. Aufgrund dieser Wärmeresidenz findet das Carnaubawachs in vielen Bereichen seine Verwendung.


Carnaubawachs in Lebensmitteln

Carnaubawachs kann nicht verdauert werden und wird auf natürlichem Wege sofort wieder ausgeschieden. Auf Verpackungen von Lebensmitteln ist es mit der Nummer E 903 gekennzeichnet. Carnaubawachs verhindert ein Zusammenkleben und kommt beispielsweise als Überzugsmittel für Kaugummis, Dragees oder Medikamente zum Einsatz. Des Weiteren dient es als Konservierungsmittel für Zitrusfrüchte aller Art. Für vegane Gummibonbons wird anstelle des tierischen Bienenwachses das pflanzliche Carnaubawachs verwendet.


Carnaubawachs in der Naturkosmetik

Auch in der Kosmetik - vor allem in der Naturkosmetik - ist das Carnaubawachs ein Ersatz für das klassische Bienenwachs. Enthalten sein kann es in dekorativen Produkten, wie z. B. in Mascaras, wasserfestem Make-up oder in Brauen- sowie Kajalstiften. Lippenpflegestifte, die mit Carnaubawachs angereichert sind, behalten selbst bei höheren Temperaturen ihre ursrpüngliche Form und "zerlaufen" nicht.

In Cremes und Lotionen wirkt das Wachs wasserabweisend. Ferner bildet es auf der Haut einen leichten Film, der schützend wirkt. Carnaubawachs in Haarpflegeprodukten sorgt für mehr Griffigkeit und gibt einen schönen Glanz.


Carnaubawachs - weitere Einsatzmöglichkeiten

Auch in vielen Reinigungs- und Pflegemittel für Gebrauchsgegenstände ist Carnaubawachs als Zusatzstoff enthalten. Hier ersetzt es künstlich hergestellte Hartwachse. Da es einen schönen Glanz erzeugt, findet man das vegane Wachs vor allem in vielen Auto- und Möbelpolituren. Schuhcremes können ebenfalls mit Carnaubawachs versetzt sein. Des Weiteren wird es gern für die Herstellung von Kerzen oder veganen Bienenwachsdecken verwendet.

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